Alleinbleiben von Welpen


So gewöhnen Sie Ihren Welpen ans Alleinbleiben

Hunde sind als sozial lebende Rudeltiere nicht darauf eingestellt, allein zu sein.

Das ständig lange Alleinlassen des Hundes, egal ob im Zwinger, im Garte, in der Wohnung oder im Auto ist ein Artwidriger Zustand.

Da wir unsere Hunde aber allein lassen müssen bzw. manchmal auch allein lassen möchten, muss bereits der Welpe langsam und behutsam ans Alleinbleiben gewöhnt werden.

Wenn Welpen in der Abwesenheit des Besitzers jaulen, bellen, in die Wohnung machen oder Dinge zerlegen, gründet sich dies in den meisten Fällen auf Trennungsangst.

Manchmal auch auf schlichter Langeweile.

Die Welpen "strafen" Ihre Besitzer nicht für deren Weggang, indem Sie z.B. eine kostbare Truhe annagen.

Sie agieren lediglich ihren seelischen Stress, im Falle des Anknabberns, ihr Kaubedürfnis in der Phase des Zahnens aus.

Bestrafen Sie niemals Ihren Welpen für eine "Untat", die er in Ihrer Abwesenheit verbrochen hat.

Er verknüpft die Bestrafung lediglich mit Ihrer Wiederkehr.

Die kann zu einer Störung seines Vertrauensverhältnis zu Ihnen führen.

Er verknüpft die Strafe nicht mit einer Missetat !

Strafe wirkt grundsätzlich nur, wenn man den Hund inflagranti ertappt.

Auch wenn Sie meinen, der Welpe schue Sie schuldbewusst an, so ist das in Wirklichkeit nur seine Reaktion auf Ihre ärgerliche Ausstrahlung.

Diese merkt der Hund bereits bevor Sie überhaupt einen Ton gesagt haben.

Hunde unterscheiden sich von der Wesenveranlagung her, wie gut sie allein bleiben können.

Manche Menschen haben nie Probleme mit Ihrem Welpen, andere müssen wirklich in winzigen Schritten trainieren.

Gennerell gilt: Je sicherer und stabiler ein Welpe in seinem Wesen ist und je ausgelasteter und zufrieden er ist, desto besser kann er auch allein bleiben.

Wer Probleme mit dem Alleinbleiben hat, hat meistens auch Probleme mit seinem Selbstbewusstsein.

Ein Hund, der nicht aus sich heraus sicher ist, sondern seine Sicherheit immer nur durch die Anbindung an seinen Menschen hat, steht natürlich im Stress.

Dann wenn dieser ihm Sicherheit gebende Mensch nicht da ist.

Was Sie nicht tun sollten :

Erwarten, das der Welpe mit dem Älterwerden quasi von ganz alleine lernt, das Alleinsein nichts schlimmes ist.

Es geht nicht, das Sie z.B. drei Urlaubswochen lang ununterbrochen mit Ihm und dann erwarten, das er von jetzt auf gleich die fünf Stunden die Sie berufstätig sind, ruhig allein in der Wohnung bleibt.

Große Verabschiedungszenen nach dem Motto:
" So, jetzt sei schön brav, Mama kommt gleich wieder, bin garnicht lange weg ",
verbunden mit tröstendem Knuddeln und Schmusen.
Große Wiedervereinigungsszenen nach dem Motto:
" Tür auf, begeistert auf das arme zurückgelassene Hündchen stürzen, herzen und küssen, immer wieder dafür loben, wie brav er gewesen ist "

Den Welpen immer dann alleine lassen, wenn Sie es eben nicht anders einrichten können.

Was Sie tun sollten :

Spätestens nachdem der Welpe eine Woche bei Ihnen ist, sollten Sie beginnen täglich mehrmals das Alleinbleiben zu üben.

Anfangs lehnen Sie z.B. die Türe an, wenn Sie in einen anderen Raum gehen und der Welpe hinterher gedackelt kommt.

Für die Dauer des morgentlichen Duschens musser vor der Badezimmertür sitzen.

Sie bringen den Müll zur Haustüre hinaus, ohne das der Welpe Sie begleiten darf.

Hängen Wäsche auf ohne das er dabei zugucken muss etc.

Steigern Sie die Dauer Ihrer Abwesenheit kontinuirlich Minutenweise.

Üben Sie das Alleinbleiben anfangs vor allem zu Zeiten, zu denen der Welpe müde ist. z.B. nach einem ausgedehnten Spaziergang.

Gehen Sie mehrfach in der Kleidung und Ausrüstung zur Haustüre heraus, mit der Sie das Haus für längere Zeit verlassen. Also greifen Sie sich z.B. Ihre Aktentasche, mit der Sie ins Büro gehen, einen speziellen Mantel etc. Die gehen aber nur kurz vor die Tür und kommen dann gleich wieder zurück. Hunde beobachten sehr genau und wissen nach kurzer Zeit, was Sie alles unternehmen wenn Sie für längere Zeit aus dem Haus gehen. Zukünftig werten die Hunde dann die Signale aus und wissen, das Sie länger wegbleiben werden, woraufhin viele Hunde unverzüglich in Panik geraten.

Verzichten Sie unbedingt auf Verabschiedungsszenen. Verlassen Sie kommentarlos das Haus, egal ob Sie nur kurz beim Nachbarn was holen oder zu einem Kinobesuch aufbrechen.

Wenn Sie nach Hause kommen, sagen Sie maximal kurz "Hallo" zu Ihrem Hund, legen erst in Ruhe den Mantel ab, stellen die Tasche zur Seite, schenken sich vielleicht ein Glas Wasser ein, dann erst wird er etwas ausführlicher mit kurzen Streicheleinheiten begrüßt.

Große Verabschiedungs und Wiedervereinigungsszenen putschen die Situation lediglich auf.

Also, auch wenn es schwer fällt.

Sich nicht selbst voller Freude bei der Heimkehr sofort auf den Welpen stürzen, halten Sie sich im Zaum.

Sperren Sie den Welpen nicht nur in einem Raum ein aus der Motivation heraus, dass er so nur einen Raum verwüßtet. Die meisten Welpen können das Alleinsein besser verkraften, wenn Sie sich möglichst frei bewegen können.

Räumen Sie vorrausschauend die Dinge zur Seite, von denen Sie wissen, das Ihr Welpe dafür ein brennendes Interesse hegt, also z.B. Schuhe, Plüschtiere, schmutzige Wäsche etc.

Natürlich sind auch Lebensmittel und auch der Mülleimer verschlossen, Sie ersparen sich Ärger, vorallem verhindern Sie Erfolgserlebnisse des Hundes, die Ihn dazu verleiten würden, bei der nächsten günstigen Gelegenheit wieder zuzuschlagen.

Geht er immer wieder an bestimmte Dinge, die Sie nicht wegräumen können, so können Sie diese mit Bitter Apple, einem Spray, das Sie im Zoogeschäft bekommen, besprühen. Das schmeck dem Hund so eklich, das er in Zukunft drauf verzichtet.

Versuchen Sie niemals zum Hund zurückzukehren, wenn er gerade am Jaulen oder Bellen ist, weil er sonst denkt, sein Bellen als Hilferuf haben Sie erfolgreich zurückgeholt, so das er diese Methode zukünftig immer wieder anwendet. Auch der hartnäckigste Beller muß mal nach Luft schnappen. In dieser Sekunde öffnen Sie die Türe zu Ihm.

Machen Sie keine großen Trainingssprünge. Sie können nicht wochenlang langsam die Abwesenheit von wenigen Minuten auf eine Stunde steigern und dann erwarten, das er vier Stunden verkraftet. Versuchen Sie in einem solchen Fall einen " Babysitter " für Ihn zu finden, das die Gefahr besteht, dass er durch diese einmalige traummatische Erfahrung wieder zurückgeworfen wird.

Binden Sie ihn im Haus, im Garten und auf den Spaziergängen einfach mal kurz an, ignorieren ihn und kehren zu ihm zurück, wenn er sich Ruhig verhält. Alles ohne großes Getue.

Erwiedern Sie nicht grundsätzlich jeder seiner Kontakangebote, sondern ignorieren Sie Ihn auch mal, so das er lernt, dass Sie nicht in jeder Minute für Ihn verfügbar sind. Etwaiges Geheule wird einfach Ignoriert.

Und wenn Sie angesichts neuer Verwüstungen oder Ärger mit dem lieben Nachbarn, die sich über das Geheule beschweren, in Wut geraten, halten Sie einen Moment inne und fragen Sie sich, ob Sie es einem Kleinkind zumuten würden, Stundenlang sich selbst überlassen zu sein. Vermutlich ja wohl kaum, aber Welpen sind eben auch nur " Kleinkinder ".

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